Jetzt erst recht!

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Der SC Schwarz-Weiß 06 will auch nach dem Brand im Clubhaus an seinen sportlichen Zielen festhalten.    

Die erste Mannschaft des SC Schwarz-Weiß 06 war und ist fokussiert. „Wir haben sportliche Ziele, die alle erreichen wollen“, erläutert Spieler Maximilian Mück. Und das Ziel ist es, lange in der Fußball-Bezirksliga Gruppe 1 vorne mitzuspielen und, wenn möglich, den Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Jetzt erst recht!

Von ihren Zielen lassen sich Mück und seine Spielkameraden, die Trainer Dennis Wienhusen und David Breitmar sowie der Vereinsvorsitzende Michael Drinhausen durchs nichts abbringen. Selbst der verheerende Brand im Clubhaus am Stoffeler Kapellenweg Ende Oktober des vergangenen Jahres, bei dem Gaststätte, Vereinsgeschäftsstelle und Umkleidekabinen ein Opfer der Flammen wurden, ließ niemanden die Saisonplanungen in Zweifel ziehen. Im Gegenteil. „Als wir vom Brand erfahren hatten und zum ersten Mal das verkohlte Gerippe des Vereinsheims gesehen haben, waren wir alle geschockt. Aber das hat uns als Mannschaft enger zusammengeschweißt und als Menschen einander näher gebracht“, sagt Mück. „Es fehlt uns aber trotzdem, dass wir uns nach dem Training nicht mehr im Vereinsheim zusammensetzen können, um einfach miteinander zu klönen. Wir weichen zwar immer mal wieder ins Bilker Häzz aus, aber da kommen nicht immer alle mit.“

Dem Brand, der erst einmal alle Vereinsaktivitäten zunichtemachte, folgte eine beeindruckende Welle der Hilfsbereitschaft der Düsseldorfer Sportszene. Für Training und Spiele konnten Sportplätze anderer Vereine genutzt werden, Ligakonkurrenten stimmten dem Tausch des Heimrechts zu und viele Sportclubs und Einzelpersonen boten mit großen und kleinen Gesten Hilfe an. „Wenn ich nur an das noch ausstehende Charity-Konzert von Heino denke, bin ich dankbar“, gesteht Mück. „Es macht mich stolz, ein Teil der großen Fußballfamilie zu sein, und es hat mir den Glauben an die Mitmenschlichkeit etwas zurückgegeben.“

Nach dem Brand konnte Schwarz-Weiß die Saison nahezu ohne Trainings- und Spielausfälle weiterführen. „Nach dem ersten Schock hat es auch die Stimmung in der Mannschaft nicht negativ beeinflusst“, erläutert Wienhusen. Eher im Gegenteil, denn das, was seine Jungs ab Anfang November 2018 auf dem Platz gezeigt haben, hat sein Trainerherz beglückt. Neunmal in Serie blieb Schwarz-Weiß ungeschlagen.

Für Wienhusen ist Fußball ein Hobby, für seinen Kollegen Breitmar aber Beruf. Seine Zfaf-Fußballschule hatte ihre Büros ebenfalls im Schwarz-Weiß-Vereinsheim. „Viele Unterlagen waren weg. Wir mussten komplett auf Home-Office umstellen. So einiges lief nicht mehr rund. Zum Glück hatten viele Kunden Verständnis“, sagt Breitmar. „Es war nicht einfach, aber so langsam geht es wieder. Wir haben die Zusage vom Vereinsvorstand, dass wir auch im neuen Vereinsheim das Büro der Fußballschule wieder einrichten können.“

Nur bis das neue Clubhaus steht, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Langsam, zu langsam wie der Vorsitzende Drinhausen findet, sieht man Fortschritte bei den Sanierungsarbeiten. „Nach Ostern wird die Brandruine innen entkernt. Die Böden, Fliesen, der Estrich, alles muss raus. Das dauert vier bis sechs Wochen. Mir geht das alles nicht schnell genug“, sagt Drinhausen. Zuletzt hat er sich die Versicherungspolice mal ganz genau angeschaut und anschließend aufgeatmet. „Die Abrisskosten sind komplett abgedeckt, und uns steht eine Million für den Wiederaufbau zur Verfügung“, so der Vorsitzende. „Auf den Kosten für die Inneneinrichtung werden wir als Verein aber sitzenbleiben.“

Schwarz-Weiß will das abgebrannte Clubhaus eins zu eins wieder aufbauen, natürlich mit den Anpassungen an die aktuellen Baubestimmungen Weil die alten Pläne noch existieren, senkt das die Planungskosten. „Vielleicht ist ja noch eine kleine Erweiterung möglich“, hofft Drinhausen. „Wann der erste Spatenstich gemacht werden kann, ist seriös nicht zu prognostizieren. Es kommt immer wieder etwas Unvorhergesehenes dazwischen.“ Klar ist aber, dass die Aufstiegsfeier der ersten Mannschaft, sofern sie das denn in der Saison 2018/19 schaffen sollte, noch nicht im neuen Clubhaus stattfinden kann.

Quelle: rp-online.de